Ein 1801 unter den Mitgliedern entstandener Langandauernder Prozess, sowie der große Greizer
Stadtbrand im April 1802 erschütterten das Schützenwesen sehr, doch wurden vom Jahre 1804 bis
zum Jahre 1811, dem Todesjahr des Hauptmanns Lene, wieder Vogelschießen abgehalten. Während
des Vogelschießens im Jahre 1804 brach am 22. August der so genannte Siebenhitzer Brand aus, der 5 Häuser
in Asche legte und auch ein Menschenopfer forderte.

Vom Jahre 1811 ab wurden einmal wegen der großen Prozesskosten, welche die Schützenmitglieder
aus eigenen Mitteln bestreiten mussten und späterhin wegen der bedeutenden Kriegslasten und
der in den Jahren 1816 und 1817 eingetretenen großen Teuerung keine Vogelschießen
mehr abgehalten. Die Aktivität der Schützenkompanie verlor sich dabei nahezu ganz, die Zahl
der Mitglieder wurde immer kleiner und bei dem Begräbnis des Landesfürsten Heinrich XIII. am 7 Februar 1817
standen nur noch einige 20 Mann unter der Führung des Wägemeisters Köhler für die Trauerparade
im Leichenkondukt zur Verfügung.

Als aber zu Ende des Jahres 1821 die freudige Kunde durch Stadt und Land erscholl, dass der neue Landsherr,
Fürst Heinrich XIX., sich mit der der Prinzessin Gasparine von Rohan-Rochefort-Montauban vermählen werde,
da einigten sich die noch übrig gebliebenen 15 Mitglieder der alten Schützengilde,
zu denen sich noch 17 Bürger unter dem Kaufmann Christ. Heinr. Ludwig gesellten, dahin, dass sie
eine Neu-Organisation der Schützengesellschaft vornehmen wollten.

Am 13 mai 1822 ritt die neue aus 32 Mann bestehende Schützengesellschaft unter Führung Ludwigs
in einer Zeitentsprechenden kleidsamen Uniform dem Neuvermählten Fürstlichen Paar nach Fraureuth entgegen.
In diesen Jahre wurden der verpfändete Königsschild, Fahne und Tambourmajorstod, sowie Bandelier
des Fähnrichs und des Tambourmajors eingelöst. Man hielt ein großes Sternschießen und das
erste Vogelschießen nach langer Unterbrechung.
Königsschild Gestiftet von Fürst Heinrich XI 1780

1822 erneuerte man am 7. Juni unter günstigen, vom Landesfürsten zugestandenen
Bedingungen die 1808 bereits fällig gewesenen Lehn über den Schießplatz und
am 26.Juni bzw. 4.August 1825 wurden die von der Schützengesellschaft abgeänderten
und verbesserten Statuten vom Landsherrn genehmigt und neu konfirmiert.
1826 verrichtete die Schützenkompanie 14 Tage lang den Wachtdienst vor den
Fürstlichen Residenzschlössern, da das heimatliche Militär infolge eines im Orte
Harra bei Ebersdorf ausgebrochenen Aufruhrs dorthin berufen und abgerückt war.