Ein schwerer Schlag war für die Gesellschaft der im Jahre 1902 erfolgte Tod des Landesfürsten, der ihr nicht nur
Protektor, sondern jederzeit auch Förderer gewesen ist. Auf seinem letzten Wege gaben ihm die Schützen das Ehrengeleit.
Der Nachfolger in der Regierung des Fürstentums Reuß ä. l., Fürstregent Heinrich XIV. Reuß j.l., erwies sich nicht minder
als treuer Bewahrer der Schützentradition und gab im Jahre 1902 auf Ansuchen den ersten Sonntag des Schützenfestes frei.
Am 20. April trat der Fürstregent der Gesellschaft als Mitglied bei und wurde unter Überreichung eines künstlerischen Diploms
in die Liste der Ehrenmitglieder aufgenommen. An dem in diesem Jahre erfolgtem Hauptauszug beteiligte sich
der Regent, nachdem er vorher am Fürstlichen Palais die Parade abgenommen hatte.
Im Jahre 1903 legte Hauptmann Gruner unter Beförderung zum Ehrenmajor sein Kommando nieder, das auf den langjährigen
Hauptmanns - Adjutanten, Kammergutspächter Paul Gruschwitz, überging, in dessen Treubewährten Händen es sich
heute noch befindet. In Anerkennung seiner großen Verdienste als Hauptmann und Führer wurde Kamerad Gruschwitz
im Jahre 1923 zum Major ernannt. Der jetzige Jubeltag der Gesellschaft, der durch die Fahnenweihe gleichzeitig ein
hoher Ehrentag ist, bedeutet auch für Major Gruschwitz einen Markstein in seiner Lebens und Vereinsgeschichte.
Gehört er doch im Jubeljahre 36 Jahre der Gesellschaft als Mitglied an und davon über 25 Jahre als
bewährter und treuer Ekkehard und beliebter und bestbewährter Führer. Der Schießstand wurde 1903 erweitert
und für die früheren Schützenkönige ein silberner Erinnerungsstern geschaffen.
Das Jahr 1905 stand unter dem Zeichen der Feier des 125 Jährigen Jubiläums, wobei die Weihe
einer neuen Fahne erfolgte. Für Finanzkommissar Ludwig wurde Herr Kaufmann Paul Doß zum Direktor gewählt.
Die Herren Kommerzienrat Paul Arnold und Kommerzienrat Georg Schleber wurden 1905 Ehrenmitglieder
der Gesellschaft; 1906 auch Oberbürgermeister Thomas

Die 2. Abteilung. Gegründet 1905 von Max Möschke. 
Die Bildung einer neuen II. Abteilung regte der derzeitige König Kaufmann Max Möschke an und führte sie nach
Genehmigung der Statutenänderung durch. Erwähnt zu werden verdient dabei, dass Kamerad Möschke
sich für den Ausbau der II. Abteilung und für das Schützenwerfen im allgemeinen große Verdienste erwarb.
1907 wird durch Statutenänderung auch die II. Abteilung in den Fahnenstift mit einbezogen. Oberleutnant Christian
Schaarschmidt wird anlässlich seines 50jährigen Mitgliedsjubiläums zum Ehrenmitglied ernannt.

Ottmar Ritter, ältester Schütze der Gesellschaft 

Für Kaufmann Paul Doß, der als Direktor im Jahre 1906 ausschied, übernahm im Jahre 1908 Herr Finanzkommissar
Ludwig zum zweiten Male das Amt des Direktors. Die von ihm geleiteten Verhandlungen mit der Sächsischen
Staatsbahn über den Verkauf des Schützenplatzes fanden ihren Abschluss dahin, dass eine außerordentliche
Generalversammlung den Verkauf des Platzes für 550 000 Mark genehmigte. Die Gesellschaft
wurde Pächterin des Platzes. Von der Kaufsumme wurden 200 000 Mark in 4% Preuß. Schatzanweisungen,
30000 Mark in 4% mündelsicheren Grundrentenbriefen der Mitteldeutschen Bank angelegt; 15 000 Mark
4% neue Charlottenburger Staatsanleihe gezeichnet und der Stadt Greiz ein Darlehn in Höhe
von 270 000 Mark zu 4% gegeben. Wegen der 1908 in Greiz herrschenden Typhusepidemie
wurde das Schützenfest erst in der Zeit vom 27. September bis 5. Oktober abgehalten.