Das Jahr 1924 stand im Zeichen der Stabilisierung der Währung. Das versuchsweise schon im
Juni (6.-14.) abgehaltene Schützenfest war von Schaustellern, die unter der Inflation auch
stark gelitten hatten, schwach beschickt. Eine Neuberatung der Statuten konnte kein praktisches
Ergebnis zeitigen, da das Ministerium auf Grund des Versailler Diktates verschiedene Einsprüche
machen musste. Trotzdem wurde beschlossen, bei festlichen Umzügen wieder Gewehre zu tragen.

1925/26; das Jahr stand unter einem besonders guten Stern. Zum ersten Male zogen wieder die Wachen auf,
das Schützenfest zeigte bei herrlichen Wetter einen starken Zuspruch. Als Abschluss seiner
Regierungszeit stiftete Erzkönig Theodor Kögel einen Wanderstern, der als besondere Auszeichnung
von dem Schützen getragen wird, der den Königsschuss abgibt. Den rastlosen Bemühungen des Kameraden
Mäurer, des Führers der II. Abteilung, war es zu danken, das eine Jungschützen Abteilung
ins Leben trat, um deren Ausbau deren Führer, Feldwebel Lehmann, sich besondere Verdienste erworben hat.
Die in Aussicht stehende Aufwertung der Hypotheken berechtigte zu der Hoffnung, in der nächsten Zeit
an die Erwerbung eines neuen Schützenplatzes denken zu können. Der verdiente Ehrenmajor Wilhelm Gruner,
der die Gesellschaft 43 Jahre lang als Mitglied angehört hatte, wurde zu Grabe getragen.

1926/27; Nach Durchführung der Aufwertungsgesetze für Hypotheken kann die Gesellschaft wieder
über ein größeres Vermögen verfügen, obwohl durch die Kriegs, Revolutions-, und Inflationsjahre
mehr als nun Zehntel des ehemaligen Vermögens entwertend sind. In diesen Jahre wurde beschlossen,
die I., II. und III Abteilung zu verschmelzen und eine Einheitsuniform einzuführen. Der Abschluss
des Gesellschaftsjahres, wieder auf die Kalenderjahre verlegt, also diesmal nur neun Monate
umfassend, weist nur gutes aus. Die im vorigen Jahre beschlossene Einheitsuniform, auf Kosten
der Gesellschaft beschafft, wurde erstmalig zum Schützenfest getragen und fand allseitig Beifall.
Die Einheitsuniform besteht aus forstgrünem Tuch mit dunkelgrünen Aufschlägen, grüner Weste,
schwarzer Hose und Federhut in gleicher Stoff - Farbe. Bei besonders festlichen Angelegenheiten
wird weiße Weste getragen. Später wurde noch eine gleichfarbige Mütze für den kleinen Dienst gestiftet.
In der Einheitsuniform gaben die Schützen dem letzten männlichen Spross unseres Fürstenhauses,
Fürst Heinrich XXIV., das Ehrengeleit zum Grabe. Schützenoffiziere standen neben 96er Offizieren
in Parade bei der Trauerfeier in der Stadtkirche,. Mit Fürst Heinrich XXIV.
erlosch die ältere Reußenlinie im Mannesstamme.

1928; in diesem Jahre Schoß sich der verdiente Führer der Scharfschützen-Abteilung, Friseurmeister
Bruno Ströher, selbst zum König. In Anbetracht seiner Verdienste um den Schießsport wurde
ihm gelegentlich des Königsscheibenschießens von seinen Scharfschützen ein Ehrensäbel überreicht.
Am 19.September erwarb die Gesellschaft die Arnold`schen Wiesen am Ausgang des Parkes gegenüber
dem Restaurant Hirschstein für Schützenplatzzwecke, zum Preise von 63000 Mark für 53000 Quadratmeter.
Das Jahr 1929 galt dem weiteren Ausbau des Schießsports unter der Leitung der Königs und
Scharfschützenführers Bruno Ströher, dessen Königsjahr zu dem bedeutsamsten im Schützenkönigreiche
gezählt werden kann. Seine Gemahlin regte unter den Frauen der Gesellschaft die Sammlung zum Fonds
für Beschaffung einer neuen Fahne an, die im Jubiläumsjahre 1930 ihre Weihe erhalten wird.
Jubiläumskönig wurde der Wirt des Hauses Tivoli Weinhändler Albert Hummitzsch.

Das Jahr 1930 stand unter seiner Herrschaft.
Als Weitgereister, sprachkundiger Mann, der in Ägypten eine führende Stellung eingenommen hatte,
aus der ihn der Weltkrieg samt Familie vertrieb, wusste er den Wert einer sorgsamen
Schießausbildung zur Selbstverteidigung zu schätzen; darum galt seine besondere Fürsorge der
Entwicklung der Scharfschützenwesens, das unter dem langjährigen Scharfschützenführer, der Er-Majestät
Bruno Ströher, sich vorbildlich entwickelt hat.

Luisen - Scheibe. Gestiftet von König Bruno I. 1928/29

Bremen - Scheibe. Gestiftet von König Albert I. 1929/30