Von den Notjahren nach dem Weltkrieg mit ihrer Scheinblüte der Inflation, scheint das Jahr 1930 am
bedenklichsten werden zu sollen. Handel und Wandel liegen danieder, wie nie zuvor. Die festesten
Fundamente sind erschüttert. Entlassungen über Entlassungen. Drei Millionen Arbeitslose in einer Zeit,
die im Sommer stets Erleichterungen brachte, beweisen die Schwierigkeiten, unter denen alles seufzt. Und
nirgends ein hoffnungsvoller Ausblick. Trotzdem heißt es durchhalten und Mut und Hoffnung nicht verlieren.
Bild in den nächsten Tagen.
Greiz vom Weißen Kreuz.
Im Vordergrunde die Platzerwerbung der Schützengesellschaft.
 Durch die Zwangseingemeindung hat Greiz 1930 eine Einwohnerzahl von 40 000. In den letzten
Jahren mit Ihrer zeitweiligen Textil-Hochkonjunktur ist viel geschaffen worden. Die Einrichtung eines Städtischen
Autobusverkehrs als Straßenbahner platz hat sich als zweckmäßig und tragbar erwiesen und bringt die Vorortgemeinden
näher an das Stadtzentrum heran. Die Erbauung eines Stadtbades mit Etagen-Hallenbad war bei
der beginnenden wirtschaftlichen Depression zwar schwer zu verantworten, erweist sich aber in gesundheitlicher Hinsicht
als ein Segen. Das mit der Schützengesellschaft allezeit eng verbunden gewesene Fürstenhaus ist verwaist. Durch
den Umsturz im Jahre 1918 fielen alle Schlösser dem Staate zu; nur Schloss Burg, das Juwel des Saaletals,
verblieb dem Fürstenhause. Dafür verzichteten die Fürstenkinder auf die Kupferstichsammlung, die als
Stiftung des Hauses Reuß ä. L. der Stadt Greiz erhalten blieb und im Parkpalais eine Welt-Sehenswürdigkeit darstellt.
Als mit dem Tode Fürst Heinrich XXIV. 1927 die ältere Reußenlinie im Mannesstamme erlosch und das dem Fürsten bis
zum Lebensende als Wohnsitz überlassene Untere Schloss vom Staat in Besitz genommen wurde, mietete Prinzessin Hermine,
die zweite Gemahlin Kaiser Wilhelms II., einige Räume im einst väterlichen Schloss, um für
ihre Besuche in der lieben alten Heimat ein Absteigequartier zu haben. Alljährlich hält Kaiserin Hermine von Doorn (Holland)
her hier Einkehr, um denen die hohe Frau die alte Treue verbindet, die ihr entgegengebracht wird, die Hand drücken
zu können. Schloss Burg ist heute ausschließlicher Besitz der Kaiserin Hermine und ihrer jüngeren Schwester Ida,
Fürstin zu Stollberg-Roßla, die in gleicher Herzlichkeit und Liebe an ihrem Greiz und dem einstigen Reußenlande mit
seinen Getreuen hängt, wie die nach Österreich verheirateten Schwestern Prinzessin Emma, Gräfin Künigl-Ehrenburg in
Schloss Ehrenburg im jetzt italienischen Pustertal, und Prinzessin Marie, Baronin Gnagnoni in Schloß Emmersdorf
bei Klagenfurt. Von den einst fürstlichen Schlössern dient das Jagdschloss Ida-Waldhaus, wo im Mausoleum
Fürstin Ida, Fürst Heinrich XXII. und deren einziger Sohn Fürst Heinrich XXIV. beigesetzt sind, der Greizer
Lungenfürsorge, im Sommerpalais im Greizer Park ist die Kupferstichsammlung untergebracht, im Oberen Schloß
das Staatsarchiv und im Unteren Schloss das Reußische Heimatmuseum mit Volksbücherei und Lesehalle der Stadt Greiz.

Das war die Geschichte der Priv. Schützengesellschaft vom Gründungsjahr 1780 bis 1930,
danach kam dann der 2 Weltkrieg und die DDR . Was in der Zeit von 1930 bis zur Neugründung 2001
war ist uns nicht bekannt wer von dieser Zeit Information hat kann sich ja mit uns per Mail oder Telefon
im Impressum in Verbindung setzen.
Die Infos auf unserer Seite stammen aus der Festschrift
150 Jahre Priv. Schützengesellschaft Greiz
1780/1930