1827 wurde nach dem Abgang des Hauptmanns Ludwig der Kammerassessor Heinrich Anton von Grün
zum Hauptmann gewählt. Er blieb 15 Jahre Hauptmann, trug viel zum Empor blühen und Gedeihen
der Schützengesellschaft bei und hat sich auch als Ehrenmitglied bis zu seinem Tode im
Juni 1842 als ein treuer Schützenkamerad erwiesen. Nach fast 50 Jährigem Bestande hatte
die Schützengesellschaft wieder die Freude, ein Mitglied des Fürstenhauses als
Schützenkönig begrüßen zu können.
Am 28. August 1828 schoss sich

Fürst Heinrich XX. Schützenkönig 1828
Fürst Heinrich XX., der spätere Landsherr, selbst zum Schützenkönig. Die ganze Einwohnerschaft
der Residenz nahm daran freudigen Anteil und der Auszug der Schützen beim nächsten Vogelschiessen
wurde zu einem Ereignis für Greiz. An der Spitze von 34 Reitern und umgeben von den höchsten
Ständen und angesehensten Bürgern wohnte Prinz Heinrich XX. als Schützenkönig den Schützenaufzügen bei.

Im Jahre 1843 wurde Erbprinz Karl Egon von Fürstenberg Schützenkönig. Er, sowohl wie sein
fürstlicher Vorgänger in der Königswürde, gehörten in der Folgezeit der Schützengesellschaft
als Ehrenmitglieder an, ebenso Prinz Eduard von Sachsen - Altenburg.

Im Jahre 1830 bildete sich unter den jungen und unverheirateten Bürgern und Bürgersöhnen ein
Verein, welcher unter dem Namen "Junge Bürgergarde" mit Erlaubnis der Schützengesellschaft
in einfacher Tracht an deren Aufzügen und Festlichkeiten teilnahm.

1842 ging die "junge Bürgergarde" aber wieder auseinander.
Dafür wurde im Jahre 1856 aus jungen Bürgern und Bürgersöhnen eine zweite Abteilung uniformierter
Schützen gebildet, im Jahre 1870 jedoch mit der ersten Abteilung verschmolzen.

Im August 1860 trat der Gesangsverein "Arion"
geschlossen als Schützen-Sängerchor Arion in die Gesellschaft ein, löste sich aber 1865 wieder auf.

1874 entstand ein so genanntes Joppen-Schützenchor. Da es die Genehmigung der Landesregierung
nicht fand und der erst 5 Jahre später eingereichte Statuten-Nachtrag nicht genehmigt wurde,
trat der größte Teil der Joppenschützen zu der Nichtuniformierten, der kleinere Teil
zu der ersten Abteilung über. Besonders dankbar zu gedenken ist des Regierungs-Advokaten Dr. M. Reitz
der für den als aktives Mitglied abgetretenen Hauptmann von Grün, die Führung der Gesellschaft
übernahm und sich um sie gleichfalls hoch verdient machte.

Hauptmann Dr. Reiz

Seinen Bemühungen war es zu danken, dass die Schützengesellschaft in der Rothenthaler Leithe,
dem Schießplatz gegenüber, einen Keller mit Kellerhaus erbauen durfte.

1847 gründete er bei Gelegenheit der Anschaffung einer von den Frauen gestifteten neuen
Fahne eine Begräbnis- und Unterstützungskasse
für die Witwen und Waisenverstorbener Schützen-Mitglieder unter dem Namen Fahnenstiftung;
Sie besteht heute und hat sich jederzeit als segensreich erwiesen. Auch eine Schützensparkasse
gründete er im Jahre 1850 vor Errichtung der städtischen Sparkasse. Sie wurde nicht nur von
Mitgliedern, sondern auch von anderen Bewohnern aus Stadt und Land rege benutzt.

In den Jahren 1848 - 1850 bildete das uniformierte Schützenkorps die erste
Kompanie der Greizer Bürgerwehr. Da es mit 112 Mann geschlossen beitrat, nachdem die Zahl
der Greizer Bürger trotz bis ins Frühjahr 1849 hinein erfolgter Aufruf des Stadtrats eine
durchaus unbefriedigende blieb, so war das Zustandekommen der Bürgerwehr in der Hauptsache
den Schützen zu danken. Durch ein Gesetz vom 10. Mai.1849 wurde die Bürgerwehr auf gesetzlichen
Boden gestellt. Der I. Kommandant der Bürgerwehr war Postmeister Walther.

Von großer Bedeutung wurde das Jahr 1851 für die Gesellschaft, da in diesen Jahre der Landesfürst der Gesellschaft den
Schützenplatz als freies Eigentum ohne Rückfallsrecht überwies.

Das alte Schützenhaus Abgebrannt am 7. Mai 1864
Im Jahre 1853 wurde die dem fürstlichen Kammergut Dölau zustehende Trift abgelöst
und der Schützenplatz durch Uferbau, Aufschüttung und Melioration mit großem Kostenaufwand
von Jahr zu Jahr verbessert und in den heutigen Zustand gebracht.

1864 am 7.Mai brannte das Schießhaus nieder. Der Brand war vorsätzlich angelegt.

1867 erbaute die Gesellschaft das heutige Schützenhaus unter großen Opfern und Übernahme
einer bedeutenden Schuldenlast. Nachdem 1851 die drei Günther`schen Wiesenspitzen
angekauft worden waren und die finanziellen Verhältnisse sich im laufe der Zeit günstiger
gestaltet hatten, konnte
1878 die R. Oelßner`sche Wiese zur Vergrößerung des Schützenplatzes angekauft werden.
Die Mitgliederzahl, die bei der Neuorganisation 32 betrug, stieg 1880 auf 150 und beträgt
heute 107. An die Stelle des 1879 verstorbenen Hauptmanns Dr. M. Reiz der sein Amt zuvor
schon krankheitshalber hatte niederlegen müssen, trat als Hauptmann der Gürtler und
Eichmeister Wilhelm Rohn. Bei dem 100jährigen Jubiläum der Gesellschaft im Jahre 1880 war
Schützenkönig Pankratius Tauwaldt. Auf dieses hundertjährige Jubiläum wurde eine Medaille
geprägt, die an einem schmalen schwarz-weiß-roten Bändchen zu tragen war und die auf der
Vorderseite die Namen : Heinrich XI.F.R. - Heinrich XXII F.R. trägt. Gekrönter, an den
Seiten ausgeschweifter Wappenschild mit dem Löwen von der linken Seite mit dem Postamentchen.
Zu Seiten des Schildes 1780 - 1880, unten W.R. Auf der Rückseite << Privileg. Schützen-Gesellschaft >>
zu Greiz Auf zwei unten zusammengebundenen Eichenzweigen liegen Schützenabzeichen,
eine Scheibe auf gekreuzten Fahnen, darunter in vier bogigen Zeilen: Zur Erinnerung a. d. 100 jaehr.
Schützen-Jubiläum. 21 Aug. 1880 Gewidmet v. Carl Friedrich Weber Schützendiener.